Jahreslosung 2012

Jahreslosung 2012

Liebe Gemeindemitglieder,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
lieber Leserinnen und Leser,

wir blicken auf ein volles und ereignisreiches Jahr 2011 zurück. Vieles wurde wieder bewegt, Abschiede und Neuanfänge haben wir gemeinsam gemeistert und in vielen persönlichen Kontakten wurden Sie zu Botschaftern Jesu Christi. Auf manches können wir uns im kommenden Jahr freuen. Ich denke nur an unseren neuen Pfarrer / unsere neue Pfarrerin und an die Fertigstellung unseres Gemeindehauses. Manch andere Pläne sind schon für das kommende Jahr geschmiedet, gute Ideen gesammelt. Wir hoffen, dass über unserem Schaffen der Segen Gottes steht.

Aber natürlich stoßen wir auch immer wieder auch an unsere Grenzen. Kraft, Hoffnung und Mut drohen uns zu verlassen. "Nur keine Schwäche zeigen, sonst bist du verloren", heißt es in Politik, Gesellschaft, Leistungssport, Schule und sogar in den Familien. Auch in der Kirche und in der Gemeinde.
Nicht ohne Grund leiden immer mehr Menschen, auch schon in jungen Jahren, am Burnout-Syndrom, dem körperlichen und seelischen Ausgebranntsein.

Paulus fühlte sich auch oft am Rande seiner Kräfte. Er konnte jedoch seine Schwachheit offensichtlich eingestehen. Er meinte, dass wenn er nicht mehr könne, Gott in ihm wirke. "Aber der Herr hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." (2. Kor. 12,9 – Jahreslosung 2012)

Das hebt unser gängiges Denk- und Verhaltensmuster komplett aus den Angeln. Eine ganz neue Sicht ist gefragt: Schwachheit ist kein Makel, sondern Voraussetzung dafür, dass Gottes Kraft zur Entfaltung kommen kann. Paulus bringt es auf den Punkt: "Wenn ich schwach bin, wirkt ER in mir. So bin ich gerade dann stark." Das haben sicher manche von Ihnen auch schon erfahren. Mein ehemaliger Religionslehrer Hans Köbler hielt das in seinem Lied "Deine Wunder Herr sind anders" so fest: „Wo ich das Ende fühle, fängt Gott oft erst mit uns an.“

Einen guten Start in das Neue Jahr,
Ihr Pfarrer Jost Herrmann